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Oberflächenbehandlung

Durch seine „Atmungs-Fähigkeit“ kann Holz Feuchtigkeit aufnehmen und später wieder abgeben. Es wirkt außerdem luftentgiftend, d.h. unangenehme Gerüche verschwinden in einem Zimmer, das viel Holz besitzt, rasch. Diese Fähigkeiten werden allerdings stark beeinträchtigt, sobald die Poren mit Lacken oder Klebstoffen verstopft werden. Durch Verleimungen, Beschichtungen, Lacke und Holzschutzmittel, die zur "modernen" Verarbeitung in den letzten Jahrzehnten verwendet wurden, büßt das Holz sowohl an Qualität, Lebensdauer und Umweltverträglichkeit ein.

Deswegen behandelt der ökologische Möbelbau Holz möglichst nur mit natürlichen Ölen und/oder Wachsen, z.B. Bienenwachs oder Kräuteröl.
Allerdings können auch diese natürlichen Mittel u.U. Stoffe enthalten, die für empfindliche Menschen zur gesundheitlichen Belastung werden, wenn sie in die Innenraumluft gelangen – denn grundsätzlich kann so gut wie jeder Stoff, ob künstlich oder natürlich, beim einen oder anderen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen.

Allergisierend auf manche Menschen wirken zum Beispiel Terpene, die als natürliche Inhaltsstoffe in bestimmten Hölzern (Tanne, Kiefer, Fichte) zu finden sind, aber auch in Form von Terpentin- oder Zitrusschalenöl als Lösemittel für natürliche Oberflächenbehandlungen verwendet werden.
Wenn Sie von einer Unverträglichkeit gegen Terpene wissen, sollten Sie sich vor dem Kauf vom qualifizierten Einrichtungsberater im ökologischen Möbelhandel über die Oberflächenbehandlung der Möbel informieren lassen. Anhand der Volldeklaration kann er Ihnen in kurzer Zeit darüber Auskunft geben. Dies organisiert ÖkoControl, die Gesellschaft für Qualitätsstandards ökologischer Einrichtungshäuser, die unsere ca. 60 ökologischen Einrichtungshäuser betreut.
Um dem Verbraucher größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, gehören die ÖkoControl Kriterien zu den strengsten in Deutschland.

Insbesondere im Hinblick auf Formaldehyd und flüchtige organische Verbindungen (VOC) liegen die Richtwerte oft unterhalb derer anderer Labels. Die Richtwerte für VOC orientieren sich beispielsweise an den vom Bundesgesundheitsamt veröffentlichten Empfehlungen für die Innenraumluftqualität.
Selbst unter den schlechtest möglichen raumklimatischen Bedingungen (d.h. schlechte Lüftung, kleine Räume, hohe Dichte an Einrichtungsgegenständen) können bei dieser strengen Vorgabe Belastungen mit potentiellen Schadstoffen vermieden werden. Möbel, die nach den ÖkoControl Kriterien getestet wurden, sind daher größtmöglich schadstoff-frei.

Zwar halten dies manche Prüforganisationen für übertrieben streng – aber Formaldehyd z.B. steht im starken Verdacht, schon in geringen Mengen potentiell krebserzeugend zu wirken. Hiermit kann man nicht vorsichtig genug umgehen. Und schon geringe Konzentration von Formaldehyd in der Innenraumluft können auf Dauer allergische Reaktionen hervorrufen.

Zu vielen Werk- und Hilfsstoffen, die im Möbelbau Verwendung finden, gibt es heute schon formaldehydfreie Alternativen, doch sind sie in der Regel noch teurer und werden daher aus ökonomischen Gründen im konventionellen Möbelhandel häufig nicht eingesetzt.

Guter Schlaf auf guter Matratze

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